A - F



A



Anneser, Hans
(*1896, +(?))

1922 Gendarm in Schrobenhausen, mit der Gerichtskommission am 04.04. und am 05.04. in Hinterkaifeck, wo er an der Durchsuchung der Gebäude mitwirkte. Anneser kritisiert 1949 in einem Brief an die Staatsanwaltschaft Augsburg die Arbeit von Kommissar Reingruber, der sich vorschnell auf Josef Bärtl als Täter festgelegt habe.
 
Asam, Andreas (*10.7.1883, +(?)),
geboren am 10.7.1883 nachts 11 Uhr, getauft am 11.7.1883 3/4 11 Uhr, Pate: Bauer Andreas Hackl, Oberlauterbach. Sohn von Cäzilia Asam (spätere Gruber) und Josef Asam. Halbbruder von Viktoria Gabriel. Vermutlich ist Andreas Asam schon vor 1885 verstorben. Nach dem Tode des Josef Asam erhielten die beiden minderjährigen Geschwister Martin und Cäzilia ein Vatergut. Da Andreas Asam dieses nicht erhielt, spricht einiges dafür, dass er schon vor seinem Vater Josef Asam verstorben ist.

Asam, Josef (*1.8.1852, +21.5.1885),
geboren am 1.8.1852 in Oberkaifeck, Anwesen “Kaifeckerhanns”, Eltern Johann Asam, Gütler, und Katharina Karmann. Erster Ehemann der ermordeten Cäzilia Gruber (geb. Sanhüter), der Ehevertrag mit Cäzilia Sanhüter wurde am 24.4.1877 geschlossen, es wurde allgemeine Gütergemeinschaft vereinbart, Trauung am 14.5.1877, Trauzeugen Johann Asam und Martin Sanhüter. Gemäß Übergabevertrag vom 24.4.1877 wurde ihm das Anwesen Hinterkaifeck von seinem Vater Johann Asam überschrieben. Josef Asam verstarb lt. den Matrikeln der Pfarrei Waidhofen am 21.05.1885 um 7 Uhr an Pneumonie, Beerdigung am 23.5.1885.

Asam, Martin (*23.7.1879, +19.8.1916)
Sohn der Cäcilia Gruber aus 1. Ehe mit Joseph Asam, Halbbruder von Viktoria Gabriel. Er war ledig und wohnte wahrscheinlich bis zu seiner Einberufung am 17.5.1915 auf dem Anwesen Hinterkaifeck.
In seiner Stammrolle, die im Kriegsarchiv München vorliegt, ist als Beruf landwirtschaftlicher Arbeiter angegeben.
 Seine Stationen beim Militär:
Ab 17.5.1915 – Infanterie Regiment 10 (König Ludwig) / Ab 16.7.1915 – 1. Kompanie des Infanterie-Regiments 10 / Ab 8.10.1915 – 16. Kompanie des Reserve Infanterie Regiments 10 

Aumüller, Dr. Johann Baptist (*16.11.1874, +25.07.1932)
Dr. Johann Baptist Aumüller, Landgerichtsarzt am Landgericht Neuburg / Donau hat am 6.u.7.4.1922 die Leichen der sechs Opfer von Hinterkaifeck seziert.


B


Bärtl, Josef (*18.1.1897),
geboren in Geisenfeld, ledig, Bäcker, er wurde u.a. als Dahrlehensschwindler und Heiratsschwindler gesucht, Bärtl floh am 4.7.1921 aus der Pflegeanstalt Günzburg, wo er zur Beobachtung seines Geisteszustands eingewiesen war.

Bereits unmittelbar nach der Tat wurde ein Ermittlungsverfahren unter dem Aktenzeichen A 167/22 gegen ihn eingeleitet, er wurde mehrfach zur Fahndung ausgeschrieben, u.a. am 8.11.1926 wegen Verdachts des sechsfachen Raubmords in Hinterkaifeck, 1927 erneute Fahndung. Sein Aufenthaltsort konnte nie ermittelt werden.
 
Baum, Viktoria, geb. Schlittenbauer (*1901, +1995)
Tochter von Lorenz und Viktoria Schlittenbauer, gab im Hieber-Film und in einem Interview an, dass sie die Toten von Hinterkaifeck gefunden habe.

Baumgartner, Maria (*01.10.1877, +31.03.1922),
geboren in Kühbach bei Aichach, ledig, Dienstmagd. Ihr Vater verstarb 1888, ihre Mutter starb 1904. Bis zu diesem Zeitpunkt lebte sie im Elternhaus in Kühbach, dann arbeitete sie als Magd. Sie hatte drei Schwestern, von denen 1932 nur noch die Schwester Franziska Schäfer am Leben war, und zwei Brüder (Narziss B. und Josef B.). Maria Baumgartner war Inhaberin einer Invalidenkarte, ausgestellt am 27.03.1922 in Pörnbach.

Gemäß “Schrobenhausener Wochenblatt” vom 06.04.1922 war in ihrem Arbeitsbuch vermerkt, daß sie am 03.02.1922 beim Landwirt Huber in Pörnbach aus dem Dienst getreten war. Dieses hat auch ihre Schwester Franziska Schäfer in ihrer Aussage vom 9.6.1925 bestätigt.
Danach wohnte sie übergangsweise in ihrem Elternhaus in Kühbach, das zwischenzeitlich eine Verwandte (Franziska Birner) erworben hatte. Durch Vermittlung ihrer Schwester Franziska Schäfer kam es zu einem Kontakt mit der “Verdingerin” Rockesmüller in Schrobenhausen, die sie nach Hinterkaifeck vermittelte, wo sie ab 01.04.1922 als Magd arbeiten wollte.
Gemäß Ausage ihrer Schwester Franziska vom 9.6.1925 war sie etwas geistig behindert und sie hatte eine Gehbehinderung, da sie einen zu kurzen Fuß hatte.
Sie kam in Begleitung ihrer Schwester am Nachmittag des 31.3.1922 gegen 16.30 Uhr in Hinterkaifeck an und wurde dort wenige Stunden nach ihrer Ankunft ermordet. 

Bichler, Anton
Anton Bichler war gelegentlich als Knecht auf Hinterkaifeck beschäftigt. Er half beim Dampfdreschen oder bei der Kartoffelernte. Er war mehrfach vorbestraft. Er stellte der Magd Kreszenz Rieger nach, als diese in Hinterkaifeck wohnte und wurde von ihr als Mörder der Hinterkaifecker verdächtigt. Ebenso verdächtigte in der Polizeibeamte Neuß. Doch sowohl er als auch sein Bruder hatten für den Tatzeitpunkt “ein wasserdichtes Alibi”. (Zitiert nach Leuschner, 3. Auflage, S. 75. Nähere Angaben zu diesem Alibi werden dort nicht gemacht.)

Bichler, Karl (*1891)
Karl Bichler war der ältere Bruder von Anton Bichler. Dem Maurer Simon Schönacher gegenüber erwähnte er , dass er sich seine Hände nicht mehr schmutzig machen müsse. Dorfbewohner hatten Angst vor ihm und verdächtigten ihn, Diebstähle begangen zu haben. Für den Tatzeitpunkt hatte er “ein wasserdichtes Alibi”.

Bichler, Josef (*14.03.1887)
geboren in Unterwittelsbach bei Aichach, Schulfreund von Karl Gabriel, zusammem mit diesem am 14.8.1914 ins Rekrutendepot Kösching eingerückt, Fronteinsatz ab 3.11.1914. Identifizierte einen gefallenen Kameraden als Karl Gabriel; Vernehmung 1922 (durch Stationskommandant Goldhofer von Hohenwart) und 1951.

Biegleder, Andreas
Kriminalsekretär (Erkennungsdienst) der Münchner Polizeidirektion, verantwortlich für die fünf Bilder vom Tatort.

Blank, Alois
Oberwachtmeister der Gendarmeriestation Hohenwart, war zusammen mit dem Gendarmen Goldhofer zuerst am Tatort

Bley, Wenzeslaus
Schreiner aus Waidhofen, verkehrte in den Jahren nach der Tat im Wirtshaus des Thomas Schwaiger in Gröbern, hat sich 1930 eine Werkstatt in der Reifenstuelstraße in München eingerichtet und dort den ebenfalls im Hause arbeitenden Johann Kammer kennengelernt, dem er vom Mordfall Hinterkaifeck berichtet hat und der daraufhin einen Brief an die Münchner Polizeidirektion mit Hinweisen zum Mordfall verfasst hat, insbesondere zum Verhalten des Lorenz Schlittenbauer, polizeiliche Vernehmung 1930.

Böhm, Dr. Joseph (*1871),
geboren in München, seit 1899 Veterinär am Vieh-und Schlachthof in Nürnberg. Dr. Böhm gründete im Februar 1922 die Gesellschaft für die wissenschaftliche Erforschung okkulter Erscheinungen. Er vermittelte die Seance mit den Hellseherinnen, denen die sechs Schädel der Opfer gezeigt wurden.
 
Bumiller, Johann Baptist (*14.09.1899, +03.09.1965)
Gebürtig aus Burladingen, Diözese Freiburg. Priesterweihe am 22.07.1923. Johann Bapt. Bumiller war ab dem 15. Februar 1940 Pfarrer in Waidhofen. In einem Gespräch mit dem "Weltbild"-Reporter Gerhard Gronefeld (siehe dort) gab er 1952 an, daß Lorenz Schlittenbauer nicht der Täter im Mordfall Hinterkaifeck gewesen sei: "Auf dem Totenbett hätte er sicher geredet." L.S. habe aber über die Vaterschaft beim kleinen Josef (Gruber) gesprochen, die er lt. Bumiller erst nach einer Zahlung von "1000 Mark" anerkannt habe. Ab dem 27.12.1951 war Joh. Bapt. Bumiller Stadtpfarrer von St. Maximilian in Augsburg.

 

 

D


Dersch, Xaver (*15.7.1890)
Dersch wurde am 15.7.1890 in Pfaffenhofen geboren. Bis zu seinem 17. Lebensjahr war er bei einem Rechtsanwalt als Bürolehrling tätig. Dann folgte der Militärdienst. Im Jahre 1916 wurde er zu 6 1/2 Jahren Gefängnis wegen Urkundenfälschung und Betrugs verurteilt. Er wurde gleichzeitig zum einfachen Soldaten degradiert. Von 1919 bis zu dessen Auflösung 1920 gehörte er dem Freikorps Epp an. Später legte er eine Verwaltungsprüfung ab und wurde Gemeindeschreiber in Waidhofen. Als Gemeindeschreiber von Waidhofen führte er im Rahmen der Ermittlungen im Mordfall Hinterkaifeck viele Gespräche mit den Münchner Polizeibeamten Kollmer und Neuss. Diese vertrauten ihm völlig, wie aus einem entsprechenden Schreiben von Neuss an Reingruber hervorgeht. 1926 erfolgte eine weitere Verurteilung wegen Urkundenfälschung zu einem Jahr Zuchthaus. Danach war Dersch als Gemeindeschreiber von Waidhofen nicht mehr tragbar, allerdings war er später noch als Gemeindeschreiber von Koppenbach tätig. Nach dem 2. Weltkrieg war er dann zeitweise als Bäcker tätig. Es erfolgte am 11.12.1951 eine polizeiliche Vernehmung, weil Dersch vorgeworfen wurde, er habe im Donaukurier einen Bericht darüber verfasst, dass Karl Gabriel noch lebe und in Russland untergetaucht sei.


Dick, Josef (*11. 3. 1913, +(?), gefallen im 2. Weltkrieg),
Sohn von Anna Schlittenbauer, geb. Dick, der zweiten Ehefrau von Lorenz Schlittenbauer. Er besuchte (wie auch Cäzilia Gabriel) die Schule in Waidhofen. Josef Dick fuhr am 4.4.1922 zusammen mit seinem Stiefbruder Johann Schlittenbauer auf Wunsch von Lorenz Schlittenbauer auf den Hof nach Hinterkaifeck, um nach der Familie Gruber/Gabriel zu sehen. Josef Dick wurde später von Lorenz Schlittenbauer adoptiert, war später wohnhaft in Schenkenau.


E


Eser, Matthäus (*1913),
verbrachte Kindheit und Jugend in Waidhofen, arbeitete 1951 als Kraftfahrer in Ingolstadt, kam am 3.11.1951 in die Redaktionsräume des Donau-Kurier und erzählte dort, dass er am 24.5.1945 als Mitglied der 71.Inf.Div. von Russen während des Rückzugs gefangen genommen wurde und dass ihn ein russischer Kommissar, der sich als Mörder von Hinterkaifeck bezeichnet habe, entlassen habe, als er ihm erzählt habe, dass er aus Waidhofen kommt und Hinterkaifeck kennt, so dass er nach Hause zurückkehren konnte. Während einer Vernehmung durch Staatsanwalt Popp Ende November 1951 erklärte Eser, dass er alles, was er über Hinterkaifeck erzählt habe, erfunden habe.


F

 
Fuchs, Sophie (*16.12.1915)
Mitschülerin (Banknachbarin) von Cäzilia Gabriel, polizeiliche Vernehmung am 17.12.1951, weitere Vernehmungen 1980 und 1984. Sie sagte 1951 aus, dass die Mutter von Cäzilia Gabriel, Viktoria Gabriel, am 30.3.1922 nach einem Streit mit ihrem Vater, Andreas Gruber, fortgelaufen sei. Die Familie habe daraufhin Angst gehabt, dass sie sich etwas antun würde. Sophie Fuchs erwähnt in diesem Zusammenhang auch das nahegelegene Flüsschen Paar. Viktoria Gabriel sei dann von der Familie nachts auf einem Baumstumpf sitzend im Wald gefunden worden. 1984 sagte Sophie Fuchs im Gegensatz dazu aus, dass die Oma von Cäzilia, also Cäzilia Gruber, fortgelaufen sei und gesucht werden musste.
Gegenüber Kommissar Konrad Müller macht Sophie Fuchs am 14.02.1984 zur Frage einer möglichen Täterschaft von Karl Gabriel die folgende Angabe: “Ja niemals. Mei Schwiegervater, der Fuchs Michael von Reichelsbach und der Bichler von Waidhofen, die waren nämlich dabei, wie´s den Gabriel im 1. Weltkrieg eingrab´n ham.”

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