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Ramer, Josef (*11.05.1861, +08.02.1923)
Polizeidirektor, Leiter der Kriminalabteilung der Münchner Polizeidirektion, Vorgesetzter von Georg Reingruber, Angehöriger einer schlagenden studentischen Verbindung, Korpsbruder von Dr. Friedrich Sandner, Spezialarzt für Gemüts-und Nervenkranke aus Nürnberg. Ramer initiierte die spiritistische Sitzung im Mai 1922 mit den sechs Schädeln der Opfer von Hinterkaifeck.
Nach Recherchen von @Konstanz ( allmystery Beitrag vom 6.12.07, 13.02 Uhr, S. 468) war Ramer seit 1922 Mitglied des Corps Baruthia Erlangen im Kösener Senioren Conventsverband. Sandner war seit 1898 Mitglied in dieser Verbindung.

Renner, Ferdinand ( *1869, +(?)),
Ferdinand Renner leitete als Staatsanwalt beim Landgericht Nürnberg 1922 als zuständiger Sztaatsanwalt die Ermittlungen im Mordfall Hinterkaifeck.

Reingruber, Georg
(*23.12.1866, +25.04.1955)

absolvierte 1891 die königlich-bayerische Gendarmerieschule, nach Tätigkeit bei der Sittenpolizei bis 1917 Leiter der Polizeidirektion München (später: Mordkomission). Als Kriminaloberinspektor von 1922 bis zu seiner Pensionierung 1930 polizeilicher Ermittler im Mordfall Hinterkaifeck. 
 
Riedmayr, Martin (*(?), +(?))
Kriminalinspektor der Münchner Polizeidirektion, 1930 Nachfolger von Kriminaloberinspektor Georg Reingruber. Riedmayr lebte 1951 als Oberstleutnant a.D. in Leutstetten auf dem Gut von Kronprinz Rupprecht von Bayern.

Rieger, Kreszenz, (*25.04.1897)
geboren in Oberhausen bei Augsburg, aufgewachsen (als Pflegekind) in Hörtzhausen. Kreszenz Rieger wurde von der Verdingerin Julia Rogsaller nach Hinterkaifeck vermittelt, beschäftigt als Magd in Hinterkaifeck von November 1920 bis Ende August 1921, wurde am 27.3.1921 von einem Mädchen entbunden. Das Mädchen erhielt den Namen Victoria. Der schwer kriegsbeschädigte Vater des Kindes starb im Mai 1921 in München an den Folgen einer Operation. Das Kind musste wegen “mangelhafter Pflege” nach Rettenbach/Schwaben in Pflege gegeben werden. Nach ihrem Weggang (Ende August 1921) aus Hinterkaifeck wurde Kreszenz Rieger vermutlich in einer Klinik behandelt. Später wohnte sie bei “Steinberger” in Schrobenhausen. Am 25.3.1922 fand sie eine neue Anstellung als Magd beim Bauer Wagner in Adelshausen. Nach der Heirat zog sie nach Augsburg, weitere polizeiliche Vernehmung der Kreszenz Schmidt, geb. Rieger, am 9.7.1952.

Ritzl, August (*09.10.1880, +(?))
Seit dem 23.09.1926 Stadtpfarrer der Pfarrei St. Pankratius in Augsburg. Noch vor Kaplan Hauber erfuhr er in einem Gespräch mit Therese Mayer (geb. Gump) von ihren Anschuldigungen gegen ihre Brüder Adolf und Anton Gump. Wie später auch Hauber informierte er jedoch nicht die Polizei.
Von 1910 bis 1926 war August Ritzl Pfarrer in Hohenried, “keine Gehstunde von Hinterkaifeck weg”. Auf dem Weg nach Schrobenhausen sei er auch an der Einöde HK vorbeigekommen. Ritzl wird von Peter Leuschner folgendermaßen zitiert: “Das waren schon etwas sonderbare Leut´, das muß ich schon sagen. Hin und wieder habe ich mit dem alten Gruber gesprochen, wenn ich ihn traf.” (Leuschner, 3. Aufl., S.235.)

Roggesmiller, Juliana (+1924)
"Verdingerin" (private Arbeitsvermittlerin) aus Schrobenhausen, vermittelte im November 1920 Kreszenz Rieger als Dienstmagd nach Hinterkaifeck.
Auch Maria Baumgartner, eines der Mordopfer, wurde von Frau Roggesmiller als Magd zur Familie Gruber/Gabriel vermittelt.

 

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Sandner, Dr. Friedrich (*1874, +1954),
geboren in Cadolzburg Bezirksamt Fürth, Arzt für Nerven-und Gemütskrankheiten in Nürnberg, Mitglied einer schlagenden Verbindung, Korpsbruder von Josef Ramer (Leiter der Polizeidirektion München), vermittelte die Séance mit den sechs Schädeln der Opfer bei den Nürnberger Hellseherinnen. Nach Recherchen von @Konstanz ( allmystery Beitrag vom 6.12.07, 13.02 Uhr, S. 468) war Sander seit 1898 Mitglied im Corps Baruthia Erlangen im Kösener Senioren Conventsverband. Ramer war dort erst seit 1922 Mitglied.
 

Schäfer, Franziska, geb. Baumgartner (*1878),
Schwester der ermordeten Magd Maria Baumgartner. Sie lebte zum Tatzeitpunkt mit ihrem Ehemann Josef Schäfer in einem Anwesen in Mühlried, daß das Ehepaar 1917 gekauft hatte und “bis zum Juli 1922” besaß. 1922 verkaufte die Familie das Anwesen in Mühlried und erwarb in München das Haus Winterstr. 3 (Untergiesing). Nach den Angaben von Franziska Schäfer (1932) seien sie nach München gezogen, “weil ich nicht mehr die Landarbeit machen konnte”. Später zog das Ehepaar nach Dachau.
Franziska Schäfer wurde polizeilich vernommen am 05.04.1922 (Identifizierung ihrer Schwester in Hinterkaifeck), 1925 (in München), im Februar 1931 (v.a. zur Person und zum Umfeld ihrer Schwester) und am 29.04.1932 in Dachau (aufgrund von Verdächtigungen eines ehemaligen Münchner Nachbarn, v.a. auch bezüglich ihrer Brüder Narziss und Josef).
(Anm.: 1932 schreibt Kommissar Riedmayr: “Die Eheleute Schäfer und Narziss Baumgartner machten bei der Einvernahme einen durchaus glaubwürdigen Eindruck. (...) Es ergab sich auch nicht der geringste Anhaltspunkt dafür, dass die beiden Brüder Baumgartner vom Dienstantritt ihrer Schwester auf dem Hinterkaifecker Hof Kenntnis erhalten hatten.”)

 
Scheppach, Rupert
Maschinenschlosser, stammte aus Altensittenbach beim Bezirksamt Hersbruck, war als Hamsterer zwischen 1919 und 1920 öfters in Hinterkaifeck, sollte die Schrotflinte von Andreas Gruber reparieren und brachte ihm 1920 ein halbes Pfund Schrotkörner verpackt in seiner Lohntüte mit, die im Zimmer der Magd gefunden wurde. Er wurde am 18.04.1922 polizeilich in Ingolstadt vernommen. (Anm.: Diese Aussage befand sich bei den Akten der Staatsanwaltschaft Neuburg, die 1944 in Augsburg verbrannt sind. Kommissar Riedmayr hatte im April 1931 in Neuburg angefragt, ob Scheppach jemals vernommen worden sei, weil es bei den Akten in München keine Abschrift gab.)

Schirovsky, Eduard
Kaffeevertreter, war am 1.4.1922 zwischen 12.00 Uhr und 14.00 Uhr vergeblich in Hinterkaifeck, um bei Victoria Gabriel eine Kaffeebestellung aufzunehmen, Wohnort Straubing, war am 1.4.1922 eingemietet in der Brauerei Öfele in Schrobenhausen, polizeiliche Vernehmung am 5.4.1922, hier u.a. ausgesagt:
“Gelegentlich einer gemeinsamen Geschäftsreise am 1.4.1922 wollten wir um die Mittagszeit zwischen 12 und 2 Uhr die Familie Gabriel in Hinterkaifeck zwecks Bestellungen auf Kaffee aufsuchen. Wir klopften wiederholt an die Fenster des Anwesens und gaben auch Laut. Es hörte niemand.Wir gingen dann um das Haus herum und schauten auch durch die Fenster in die Küche und Stallung, konnten aber keine Person wahrnehmen. Nur der Hund und das Vieh gab Laut. Alle Türen waren verschlossen, mit Ausnahme des Tores am Maschinenhaus, welches offenstand.Wir entfernten uns und machten im Dorfe über unsere Wahrnehmung den dortigen Bewohnern, so dem Herrn Sigl, der Familie Schlittenbauer hierüber Mitteilung. Irgendwelchen Verdacht gegen eine Person als Täter können wir nicht aussprechen. Nur sind uns am selben Tag bevor wir an das Haus Gabriel kamen, gegen 11 vorm. 2 Frauen mit Kirmen beladen auf der Straße Einöd-Schachen nach Edelshausen begegnet. Beide Frauen waren 50 bis 60 Jahre alt und hatten zigeunerartiges Aussehen. Eine Mannsperson befand sich in ihrer Begleitung nicht.”

Schirovsky, Hans (*1897)
Bruder von Eduard Schirovsky, ebenfalls Kaffeevertreter, hat seinen Bruder am 1.4.1922 nach Hinterkaifeck begleitet, polizeiliche Vernehmung am 5.4.1922. 

Schlittenbauer, Anna (* März 1921, +26.3.1922)
Erste gemeinsame Tochter von Lorenz und Anna Schl., starb als Kleinkind an Keuchhusten, wurde am 29.03.1922 beerdigt.

Schlittenbauer, Anna (*17.07.1892, +14.10.1943),
geb. Dick, geboren in Diepoltshofen, 2. Ehefrau von Lorenz Schlittenbauer. Heirat 21.5. 1921 Standesamt Hohenwart, Mutter von Josef Dick. Hatte insgesamt vier uneheliche Kinder, von denen drei das Kleinkindalter nicht überlebt haben.
Sie hatte mit Lorenz Schlittenbauer fünf weitere Kinder: Anna (*1922, +26.03.1922), Regina (*4.9.1923 / spätere Weichselbaumer), Anna (* 16.7.1926), Lorenz (*28.11.1929) und Alois (*21.1.1931) 

Schlittenbauer, Johann (*27.03.1906, +09.02.1977)
Sohn von Lorenz Schl., wurde von seinem Vater am 4.4.1922 zusammen mit seinem Stiefbruder Josef Dick nach Hinterkaifeck geschickt, um nachzusehen, ob der Familie Gruber/Gabriel etwas passiert sei. Johann Schlittenbauer wurde 1952 von den "Weltbild"-Reportern Heinz Ulrich und Wolfgang Gronefeld zum Mordfall HK befragt. Die Tat sei seiner Meinung nach kein Raubmord gewesen, sondern "aus Rache" erfolgt. Johann Schlittenbauer war 1952 Ortsführer von Gröbern.

Schlittenbauer, Lorenz (*16.08.1874, +22.05.1941)
auch “Peterbauer” (fälschlich "Perterbauer") genannt.
Lorenz Schlittenbauer war Ortsführer in Gröbern und hat am 4.4.1922 zusammen mit den Nachbarn Sigl und Pöll die Leichen aufgefunden. Er galt innerhalb der Bevölkerung als Hauptverdächtiger. Polizeilich vernommen wurde er am 5.4.1922 und am 30.3.1931.

Schlittenbauer, Magdalena (* 7.11.1899)
Tochter von Lorenz und Victoria Schlittenbauer, hat 1921 geheiratet, verehelichte Pfleger, wohnhaft in Thierham.

Schlittenbauer, Maria
Tochter von Lorenz und Viktoria Schlittenbauer, verhelichte Böck, Landwirtsehefrau in Koppenbach, war später nach dem Tod ihres Vaters zusammen mit ihrem Ehemann Kaspar Böck zu Pflegern der minderjährigen Kinder des Schl. aus 2. Ehe bestellt.

Schlittenbauer, Sebastian (*21.01.1874, +06.11.1936),
geboren in Wolnzach als Sohn des Gütlers Andreas Schlittenbauer und dessen Ehefrau Ursula, geb. Peller; wurde 1911 Studienprofessor in München, heiratete 1909 Kunigunde Dresel aus Würzburg (*1863, +1913) und in zweiter Ehe 1917 Sofie Hümmer, verwitwete Schirmer (*1875, + ?), war von 1912 bis 1933 Landtagsabgeordneter, von 1912 bis 1918 zunächst für das Zentrum, später für die BVP, ab 1913 ehrenamtlicher Generalsekretär des bayerischen Bauernverbandes, Mitglied der Landesbauernkammer und des Landeseisenbahnrates, am 12.11.1918 zusammen mit Georg Heim Begründer der bayerischen Volkspartei, von September 1930 bis Juli 1932 Mitglied des Reichstags.  

Schlittenbauer, Viktoria (*15.10.1869, +14.07.1918),
geborene Tyroller, geboren in Ried bei Schrobenhausen, 1. Ehefrau von Lorenz Schlittenbauer, Heirat 1899. Hatte zusammen mit Lorenz Schlittenbauer die Kinder Viktoria, Magdalena, Maria und Johann.
 
Schmid, Lorenz (*1901)
Zum Tatzeitpunkt Betriebsleiter bei der Fa. Ziegler, Vorgesetzter von Albert Hofner. Er wurde 1925 polizeilich vernommen im Zusammenhang mit der Verdächtigung des Schöpf bezüglich des Monteurs Hofner. Er sagte aus, dass Hofner ungern den Auftrag in Hinterkaifeck ausgeführt habe, weil es dort unsauber gewesen sei und ihm im Rahmen eines früheren Auftrags nichts zum Essen angeboten wurde.

Schrätzenstaller, Josef , (*2.9.1895)
Josef Schrätzenstaller wurde in Loch Ldkrs. Schrobenhausen geboren. Seit seinem 6. Lebensjahr wohnte er in Gröbern. Er hat im Zeitraum von 1919 bis 1921 hin und wieder bei den Hinterkaifeckern als Tagelöhner gearbeitet.
Polizeiliche Vernehmung am 5.4.1922, weil er den von den Hinterkaifeckern um Lichtmess 1922 herum beschäftigten 18jährigen Knecht beschreiben sollte. Der Name dieses Mannes war ihm nicht erinnerlich. Weitere polizeiliche Vernehmung am 17.12.1951 im Ermittlungsverfahren gegen Gump.
 
Schrittenlocher, Josef (*30.01.1896, +26.12.1968),
genannt auch “Bauern-Sepp von Gröbern”. Der Gütlerssohn Schrittenlocher arbeitete zeitweilig als Hilfskraft auf Hinterkaifeck, etwa beim Dampfdreschen. Am 04.04.1922 war er nach der Auffindung der Opfer als einer der ersten am Tatort. Vernehmung am 17.12.1951 und am 01.07.1952, wohl im Zuge der Ermittlungen gegen Anton Gump. Schrittenlocher hat nicht am Krieg teilgenommen, da sein linkes Bein seit dem 12. Lebensjahr steif war. Während des Kriegs und auch zu anderen Zeiten hat er auf dem Hinterkaifecker Hof beim Ernten geholfen.

Schwaiger, Alois (*1906)
Sohn von Thomas Schwaiger, einer der ersten, die am 04.04.1922 Tatort waren.

Schwaiger, Andreas (*12.02.1897, +08.02.1984)
Gütler aus Gröbern, Eheschließung am 25.07.1932 in Hohenwart. Andreas Schwaiger war als einer der ersten am Tatort. 1952 wurde nach seinen Angaben eine Rekonstruktion des Anwesens angefertigt, erneute Vernehmung 1980. Andreas Schwaiger schildert als einziger Zeuge den Sachverhalt, daß Lorenz Schlittenbauer nach Auffindung der Reuthaue während des Abbruchs des Anwesens Hinterkaifeck diese mit der Begründung an sich bringen wollte, daß sie aus seinem Besitz stamme und er sie schon länger vermißt hätte.
 
Schwaiger, Thomas (*06.03.1855 in Gröbern, +14.04.1930),
Eheschließung 1896 in Gröbern, verstorben 1930, Land-und Gastwirt aus Gröbern, auch “Dammerbauer” bzw. "Thomabauer" genannt. Vernehmung 1929 durch die Gendarmen von Hohenwart. Nach Angaben eines Stammgastes soll er angesichts der Leichen in Hinterkaifeck erklärt haben, dass er wisse, wer der Mörder sei. Bei seiner polizeilichen Vernehmung hat er dies abgestritten, bzw. ausgesagt, dass er so etwas höchstens im “ersten Effekt” gesagt habe.

"Schwanzenmanderl”
Die Neue Freie Volkszeitung München meldete am 4.8.1922, dass der geständige Raubmörder von Hinterkaifeck, das sog. “Schwanzenmanderl vom Sattelberg” am 2.8.1922 verhaftet wurde. Sein Bruder Karl entzog sich angeblich der Festnahme durch Flucht. Es handelte sich um den 31jährigen Andreas Schreyer aus Sattelberg und seinen Bruder Karl Schreyer. Die Gendarmerie Schrobenhausen gab am 19.1.1923 in einer Aktennote bekannt, dass Schreyer schon vor längerer Zeit wegen mangelnder Beweise aus der U-Haft entlassen wurde.

Sel(l)wanger, Georg (*19.12.1893)
Georg Sel(l)wanger wurde am 19.12.1893 in Freising geboren. 1913 erfolgte der Austritt aus dem Lehrerseminar mit guten bis befriedigenden Noten, vom 1.10.1913-30.9.1914 Einjährig-Freiwilliger, 1914-1917 "im Kriege". Ab 1.5.1918 Hilfslehrer in Schellenberg (Distriktsschulinspektion Berchtesgaden), war von April 1921 bis Oktober 1922 als Hauptlehrer an der Schule in Waidhofen tätig und somit Lehrer von Cäzilia Gabriel, zuvor Lehrer in Petershausen im Bezirksamt Dachau. Wenn die Ausführungen des Polizeibeamten Xaver Meiendres von 1948 in diesem Punkt korrekt sind, dann müsste auch Sel(l)wanger zu einem momentan nicht zu bestimmenden Zeitpunkt polizeilich vernommen worden sein. Das Protokoll (falls angefertigt) scheint sich aber nicht erhalten zu haben.

Si(e)gl, Georg (*1903),
war 1919 für 12 Wochen auf dem Hinterkaifecker Hof als Knecht beschäftigt. Er wurde am 05.07.1925 eidlich vor dem Amtsgericht in Schrobenhausen vernommen und sagte zur Herkunft der Reuthaue aus, dass der alte Gruber diese selbst zusammengestellt habe. Den Stiel habe er sogar selbst geschnitzt. Zum Aufbewahrungsort der Reuthaue sagte er aus, dass landwirtschaftliche Geräte und auch die Reuthaue auf dem Hinterkaifecker Hof in der Scheunendurchfahrt aufbewahrt wurden. (Zitiert nach allmystery.de, Beitrag von @kcefiak, 15.2.2008, 20.55h. / Anm.: Auf Blatt 2 des Vernehmungsprotokolls befindet sich eine Skizze des Anwesens HK, die wahrscheinlich nach Angaben des Georg Si(e)gl entstanden ist.)

Sigl, Jakob (*17.07.1891, + 1972)
Gütler aus Gröbern, Eltern: Karl Sigl (+ 10.2.1931), Mutter Theresia Sigl (+ 29.7.1932), evtl. ein Bruder von Georg Si(e)gl, da in der Todesanzeige des Vaters als siebentes Kind ein Georg Sigl erwähnt wird, verheiratet, genannt “Hauserbauer”; Nachbar von Lorenz Schlittenbauer, Auffinder der Leichen, polizeiliche Vernehmungen am 5.4.1922, am 10.01.1952 und am 30.05.1952, 1926 zivilgerichtliche Auseinandersetzungen mit Lorenz Schlittenbauer, da Sigl seinen Nachbarn als Hinterkaifecker Mörder bezeichnet hatte. 1933 Wegzug aus Gröbern, lebte dann in Schiltberg (Landkreis Aichach-Friedberg). Im April 1952 wurde er für die Zeitschrift Weltbild vom Journalisten Heinz Ulrich interviewt.
 
Starringer, Cäzilia, geb. Asam (*(?), +(?))
Tocher aus 1. Ehe der ermordeten Cäzilia Gruber, verw. Asam; lebte seit ihrer Heirat in Gerenzhausen/Scheyern. Sie lieh ihrer Halbschwester Victoria Gabriel im Oktober 1921 5.000 Mark für einen Motor und Mitte Februar 1922 3.000 Mark für eine Dreschmaschine. Cäzilia Starringer wurde von der Polizei am 5.4.1922 als Zeugin vernommen. Sie hat nach der Beerdigung der Opfer die Danksagungsanzeige im Schrobenhausener Wochenblatt vom 13.4.1922 aufgegeben und beerbte die Opfer von Hinterkaifeck zu 1/2. 
 
Stegmair, Kaspar
Landwirt aus Gröbern, Schwiegervater von Jakob Sigl. Laut Sigl (Vernehmungsniederschrift vom 10.01.1952) kam Stegmair am 30.3.1922 am Anwesen Hinterkaifeck vorbei und erfuhr von Andreas Gruber, “daß im Schnee eine Spur zu seinem Anwesen führe, er glaube, daß Spitzbuben in seinem Hause seien. Stegmair soll Gruber aufgefordert haben, das Anwesen durchsuchen zu lassen, worauf Gruber erwiderte, daß er sich nicht fürchte.” (Anm.: Es finden sich auch die Schreibweisen “Stegmeier” (bei Leuschner) und “Stegmaier”. Der Schwiegersohn Jakob Sigl scheint aber “Stegmair” angegeben zu haben.)

Stinglwagner, Albert
Justizrat und Notar in Schrobenhausen, beurkundete am 11.3.1914 den Übergabevertrag zwischen den Eheleuten Andreas und Cäzilia Gruber und ihrer Tochter Viktoria Gruber, sowie den Ehe-und Erbvertrag zwischen Karl Gabriel und Viktoria Gruber, beurkundete am 1.7.1915 das Schuldbekenntnis und die Bewilligung der Hypothekenbestellung der Viktoria Gabriel für ihre Tochter Cäzilia Gabriel, erstellte außerdem später das Nachlassverzeichnis der Hinterkaifecker.

 


T



Tenner, Friedrich
Polizeidirektor der Münchner Polizeidirektion, Nachfolger des 1923 verstorbenen Josef Ramer.

Thaler, Josef und Andreas(?)
Die ehemalige Hinterkaifecker Magd Kreszenz Rieger verdächtigte im Mordfall Hinterkaifeck in einer Vernehmung am 09.07.1952 die Gebrüder Thaler. Josef Thaler habe sie in ihrer Zeit auf HK mehrfach nachts am Kammerfenster aufgesucht und gefragt, “ob ich denn keine Bekanntschaft will”. Einmal sei nach ihrem Eindruck im Hintergrund auch Josef Thalers Bruder dabeigewesen, dessen Vornamen sie 1952 nicht mehr sicher erinnert. Als die zwei Männer weggegangen seien, habe sie ihnen vom Küchenfenster aus nachgeschaut. Die Männer seien beim Motorenhäuschen stehengeblieben und hätten sich dort umgesehen. Rieger: “Die Thaler waren nämlich bekannt, daß sie verschiedene Einbrüche schon verübt haben. Weiter sagt Rieger: “Bekannt wurde mir, daß die Thalerbuben schon ein Jahr zuvor in dem Wagenschupfen nachts von Gruber angetroffen wurden. Damals soll ihnen der alte Gruber mit einem Infanteriegewehr nachgeschossen haben.”
“1923 oder 1924” war Kreszenz Rieger Magd auf einem Hof in Koppenbach (Gastwirt Walter). Dort soll ihr ein Knecht, ein Verwandter der Gebrüder Thaler, gedroht haben: “Sollte ich (...) weiterhin meine Vermutung zu Lasten der Thaler aussprechen, so werde ich eines Tages von den Thalers erschlagen werden.” Sie habe sich an die Polizei gewandt, “worauf die beiden Thaler in Haft genommen wurden. Nach drei oder vier Wochen Haft wurden sie wieder entlassen, weil sie die Tat nicht zugegeben haben und Beweise nicht vorhanden waren.”(Alle Zitate nach der Vernehmungsniederschrift vom 09.07.1952.)


U


Ulrich, Heinz
Redakteur, recherchierte 1952 gemeinsam mit dem Bildjournalisten Gerhard Gronefeld im Umkreis von Anton Gump und konnte eine Verwicklung des Anton Gump in den Mordfall Hinterkaifeck nicht feststellen. Beide erhoben schwere Vorwürfe gegenüber der Staatsanwaltschaft beim Landgericht Augsburg wegen des Ermittlungsverfahrens und der Verhaftung des Anton Gump.


V


Vogel
Eisenwarenhändler in Schrobenhausen.  
Andreas Gruber hat dort angeblich am Tag vor der Tat eingekauft und erzählt, daß er rasch wieder nach Hause müsse, da auf seinem Hof etwas nicht stimme.

W


Wießner, Johann Konrad
Oberamtsrichter am Amtsgericht Schrobenhausen, inspizierte als Mitglied der Gerichtskommission zusammen mit seinem Assistenten Schäfer und dem Gerichtsinspektor Glaser als erster den Tatort, erstellte am 5.4.1922 das Augenscheinsprotokoll.


Y


Yblagger, Hans (*1886),
ab Oktober 1922 Hauptlehrer an der Schule in Waidhofen, dort mindestens tätig bis Sommer 1925, später Umzug nach Marzoll (Nähe Bad Reichenhall). Richterliche Vernehmung am 19.2.1931 vor dem Amtsgericht Bad Reichenhall, verdächtigte Lorenz Schlittenbauer. Yblagger führte nach seiner Aussage während seiner Zeit in Waidhofen mit Pfarrer Haas Gespräche über den Mordfall Hinterkaifeck.


Z


Ziegler, Johann
Inhaber der Maschinenfabrik Ziegler (Firmensitz 1922 in Pfaffenhofen an der Ilm), 1922 Arbeitgeber des Monteurs Albert Hofner, Firmensitz wurde noch vor 1925 nach Reichertshausen verlegt.


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